Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt

Karies erkennen: vom weißen Fleck bis zum Loch im Zahn

Das Tückische an Karies: Sie tut lange nicht weh. Wenn ein Zahn schmerzt, ist das Loch meist schon tief. Dabei kündigt sich Karies früh an, man muss die Zeichen nur kennen. Wir zeigen, woran Sie Karies im Anfangsstadium erkennen, wann sich eine Behandlung ganz ohne Bohren ausgeht und wie wir in der Praxis versteckte Karies sicher aufspüren.

Wie Karies entsteht

Karies ist keine Frage mangelnder Härte der Zähne, sondern ein Stoffwechselprodukt: Bakterien im Zahnbelag verwandeln Zucker aus der Nahrung in Säuren, und diese Säuren lösen Mineralien aus dem Zahnschmelz. Passiert das häufiger, als der Speichel die Mineralien zurückliefern kann, entsteht zunächst eine entkalkte Stelle und mit der Zeit ein Loch. Entscheidend ist deshalb weniger die Zuckermenge als die Häufigkeit: Ständiges Snacken und gesüßte Getränke über den Tag verteilt geben den Zähnen keine Erholungspausen.

Karies erkennen: diese Stadien gibt es

  • Weiße, kreidige Flecken: Das Anfangsstadium (Initialkaries). Der Schmelz ist entkalkt, aber noch nicht zerstört, jetzt ist Karies noch stoppbar.
  • Braune oder dunkle Verfärbungen: Die Stelle ist bereits angegriffen, oft an Zahnhälsen oder in den Rillen der Backenzähne.
  • Empfindlichkeit: Ziehen bei Süßem, Kaltem oder Heißem kann ein Warnsignal sein.
  • Sichtbares Loch oder Schmerzen: Spätestens jetzt ist die Karies im Dentin angekommen und gehört zügig behandelt.

Wichtig: Vieles davon sehen Sie selbst nicht. Karies zwischen den Zähnen oder unter alten Füllungen bleibt im Spiegel unsichtbar, genau dafür gibt es die regelmäßige Kontrolle.

Anfangsstadium: Behandlung ohne Bohren

Eine Initialkaries lässt sich häufig noch remineralisieren: mit gezielter Fluoridierung in der Praxis, fluoridhaltiger Zahnpasta, angepasster Putztechnik und weniger Zuckerimpulsen im Alltag. Unterstützend wirkt eine professional teeth cleaning, die Beläge auch dort entfernt, wo die Bürste nicht hinkommt. Wie Sie zu Hause das Beste herausholen, haben wir im Beitrag Richtig Zähneputzen zusammengefasst.

So finden wir Karies, bevor sie Schaden anrichtet

Bei der checked prüfen wir jeden Zahn systematisch auf Verfärbungen, raue Stellen und Empfindlichkeiten. Verdächtige Zahnzwischenräume oder Bereiche unter Füllungen machen wir mit Röntgenaufnahmen sichtbar, bei komplexen Fragen steht uns das 3D-Röntgen zur Verfügung. So erkennen wir Karies in einem Stadium, in dem die Behandlung klein, schnell und unkompliziert bleibt.

Und wenn es doch ein Loch ist?

Dann gilt: je früher, desto kleiner der Eingriff. Die kariöse Stelle wird schonend entfernt und der Zahn mit einer zahnfarbenen Füllung versorgt. Welche Möglichkeiten es dabei gibt, von Komposit bis Keramik-Inlay, lesen Sie in unserem Beitrag zur Zahnfüllung.

Karies vorbeugen: die Kurzformel

  • Zweimal täglich mit fluoridhaltiger Zahnpasta putzen
  • Zahnzwischenräume täglich reinigen, mit Zahnseide oder Bürstchen
  • Zuckerpausen einbauen: lieber einmal Dessert als fünf Snacks
  • Wasser statt gesüßter Getränke, Kaugummi ohne Zucker nach dem Essen
  • Zweimal im Jahr zur Kontrolle und regelmäßig zur Zahnreinigung

Häufige Fragen kurz beantwortet

Kann Karies von selbst heilen? Ein weißer Initialfleck kann remineralisieren und zum Stillstand kommen. Ein echtes Loch heilt nicht von selbst, es wird ohne Behandlung nur größer.

Ist Karies ansteckend? Die verantwortlichen Bakterien sind über Speichel übertragbar, relevant vor allem bei Babys und Kleinkindern, etwa über abgeleckte Löffel oder Schnuller.

Warum bekomme ich Karies, obwohl ich putze? Häufige Gründe sind unerreichte Zahnzwischenräume, viele kleine Zuckerimpulse über den Tag oder ein verminderter Speichelfluss. Genau das schauen wir uns in der Beratung gemeinsam an.

Unsicher, was der dunkle Fleck oder das Ziehen beim Kaltessen bedeutet? Vereinbaren Sie einen Kontrolltermin in unserer Praxis in Berlin-Moabit, je früher wir schauen, desto kleiner bleibt die Behandlung.