Ein Schluck Eiswasser, ein Löffel Eis oder ein Zug kalter Luft, und plötzlich schießt ein kurzer, scharfer Schmerz durch einen Zahn. Das kennen Millionen Menschen. Medizinisch heißt es Dentinhypersensibilität. Es ist unangenehm, aber meist gut behandelbar, wenn man die Ursache findet. Wir zeigen, woher die Empfindlichkeit kommt, was Sie selbst tun können und wann ein Besuch fällig ist.

Warum werden Zähne schmerzempfindlich?
Der Zahnschmelz schützt das darunterliegende Zahnbein (Dentin). Das Dentin ist von winzigen Kanälchen durchzogen, die bis zum Zahnnerv reichen. Liegt es frei, reizen Kälte, Wärme, Süßes oder Säure den Nerv direkt. Das ist der kurze, stechende Schmerz, der sofort wieder verschwindet.
Die häufigsten Ursachen
- Zahnfleischrückgang: Wenn das Zahnfleisch sich zurückzieht, liegen die Zahnhälse frei. Auslöser sind unter anderem Parodontitis, Zahnfleischentzündung und zu starkes Putzen.
- Falsche Putztechnik: Harte Borsten, viel Druck und schrubbende Bewegungen tragen Schmelz und Zahnfleisch ab. Wie es besser geht, lesen Sie in unserem Beitrag Richtig Zähneputzen.
- Säure: Softdrinks, Saft, Wein, Essig oder Reflux lösen den Zahnschmelz an. Mehr dazu im Beitrag Zahnschmelz schützen.
- Zähneknirschen: Nächtliches Pressen schädigt Zahnhälse und Schmelz. Eine Night guard kann die Zähne schützen.
- Karies oder Risse: Eine undichte Füllung oder ein Haarriss im Zahn kann ebenfalls Schmerz auslösen. Wie sich Karies früh zeigt, steht in Karies erkennen.
- Bleaching: Nach einer Zahnaufhellung sind die Zähne vorübergehend häufig empfindlicher.
Was Sie selbst tun können
- Eine weiche Zahnbürste verwenden und mit wenig Druck putzen, am besten mit einer elektrischen Bürste mit Drucksensor.
- Eine Zahnpasta für sensible Zähne nutzen. Sie verschließt oder beruhigt die Dentinkanälchen. Die Wirkung setzt nach einigen Wochen regelmäßiger Anwendung ein.
- Nach säurehaltigen Speisen und Getränken etwa 30 Minuten warten, bevor Sie putzen, und zwischendurch mit Wasser spülen.
- Säurehaltige Getränke reduzieren oder mit einem Strohhalm trinken.
- Die Zahnpasta nicht mit viel Wasser ausspülen, sondern nur ausspucken, damit der Fluorid-Schutz länger wirkt.
Wann sollten Sie zum Zahnarzt?
Kommt der Schmerz nur kurz und bei Reizen, ist es meist harmlos, sollte aber abgeklärt werden. Kommen Sie zeitnah, wenn:
- der Schmerz länger als ein paar Sekunden anhält oder nachts auftritt
- ein einzelner Zahn auffällig empfindlich ist, besonders beim Zubeißen
- das Zahnfleisch blutet, sich zurückzieht oder geschwollen ist
- Sie eine sichtbare Verfärbung, ein Loch oder einen abgebrochenen Zahnrand bemerken
Dann steckt oft mehr dahinter, zum Beispiel Karies, eine Entzündung oder ein Problem am Nerv. Bei akuten Beschwerden finden Sie Hilfe in unserem Beitrag zu Zahnschmerzen in Berlin.
Das macht die Zahnärztin oder der Zahnarzt
- Ursache klären: Untersuchung, Sensibilitätstest und bei Bedarf Röntgen.
- Fluoridierung: Ein hochkonzentrierter Fluoridlack stärkt die Oberfläche und mindert die Empfindlichkeit.
- Versiegelung der Zahnhälse: Ein dünnfließender Kunststoff verschließt freiliegende Dentinkanälchen.
- Füllung oder Zahnhalsfüllung: Wenn Defekte vorliegen, helfen Kunststofffüllungen. Mehr zu den Materialien im Beitrag Zahnfüllung in Berlin-Moabit.
- Zahnfleisch behandeln: Bei Entzündung oder Parodontitis helfen professional teeth cleaning und eine Periodontitis therapy.
Häufige Fragen
Gehen empfindliche Zähne von allein weg?
Manchmal, etwa nach einem Bleaching. Wenn die Ursache aber freiliegende Zahnhälse sind, bleibt die Empfindlichkeit meist bestehen, bis sie behandelt wird.
Sind Hausmittel wie Ölziehen sinnvoll?
Eine nachweisliche Wirkung gegen Dentinhypersensibilität gibt es dafür nicht. Eine Zahnpasta für sensible Zähne und die richtige Putztechnik sind wirksamer.
Ist eine Zahnreinigung bei empfindlichen Zähnen möglich?
Ja. Wir passen Technik und Instrumente an und tragen bei Bedarf einen Desensibilisierungslack auf.
Kommt Karies hinter dem Schmerz?
Das ist eine der möglichen Ursachen. Eine Kontrolle zeigt, ob etwas behandelt werden muss.
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Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Beratung oder Untersuchung.